Wie gut ist die sechjährige Grundschule?

Diese Frage bewegt nicht nur die Berliner Eltern. Die Erhebung, vom Berliner Senat in Auftrag gegeben, veröffentlichte Professor Rainer Lehmann zu einem brisanten Termin. Just in dem Moment, da Hamburgs Bidungssenatorin Christa Goetsch ihr sechsjähriges Gymnasium vorstellte, kam die Zeit mit diesen Schlagzeilen heraus: "Laut Element versagen die sechsjährigen Grundschulen in der Förderung leistungsstarker Schüler, helfen den Leistungsschwächeren aber kaum." Das war ein Paukenschlag gegen die schwarz-grüne Schulreform. Bei der Lektüre der eigentlichen Studie stellte sich damals bereits heraus: Lehmanns Aussagen sind durch seine eigene Studien nicht gedeckt. Wichtigste Erkenntnis: Die zwei Jahre Lernvorsprung, den sich Gymnasiasten angeblich in der fünften und sechsten Klasse erarbeiten (Siehe Zeit v. 17.4.08), haben sie bereits am Ende der vierten Klasse. Aber man muss nicht glauben, dass mit der Replikation der Studie durch Jürgen Baumert das Urteil über die Grundschule gefällt ist. Philologen-Boss Meidinger behauptete 2008: "Je länger gemeinsam gelernt wird, desto mehr Lernnachteile sind vorhanden." Und er tut es weiter. "An den Kerndaten der Elementstudie, wonach die Schüler der grundständigen Gymnasien ... einen Leistungsvorsprung von bis zu zwei Lernjahren haben... ändert sich dadurch gar nichts." Muss man wohl Studiendirektor sein, um so was zu erzählen, pardon: Oberstudiendirektor.