Was Baumert herausgefunden hat

Jürgen Baumert et al. "Frühübergang in ein grundständiges Gymnasium – Übergang in ein privilegiertes Entwicklungsmilieu?" ZfE 2009 [im Druck]

"Der Befund zur differenziellen Förderung der grundständigen Gymnasien mag überraschen: Im Vergleich zur Grundschule ist kein differenzieller Fördereffekt des zweijährigen Besuchs eines grundständigen Gymnasiums auf die Lesekompetenz nachweisbar.“

„Die Ergebnisse der Mittelwertvergleiche sind eindeutig: In keinem Leistungsbereich sind Förderwirkungen des grundständigen Gymnasiums nachweisbar. Dies gilt sowohl für den ein- wie den zweijährigen Besuch dieser Einrichtungen.“

Zusammenfassung:

„Aus dem Zusammenspiel von Schule und Elternhaus beim Frühübergang resultiert eine kognitiv, leistungsmäßig, motivational und hinsichtlich häuslicher Ressourcen hoch ausgelesene Schülerschaft an grundständigen Gymnasien, die für die Lehrkräfte eine intellektuelle Herausforderung, aber auch ein Erfolgsversprechen für den Unterricht darstellt.“

„Bewertet man die Befunde insgesamt, so sind sie zunächst ein Kompliment für die Grundschule. Die Entwicklungskurven von Spitzenschülern verlaufen in der Grundschule und in der Unterstufe des grundständigen Gymnasiums parallel, und zwar nicht nur im Lesen, sondern – verlässt man sich auf das robustere Verfahren des PSM – auch in der unterrichtsabhängigen Domäne Mathematik. Für die grundständigen Gymnasien sind die Befunde ein Grund zur Nachdenklichkeit. Generell ist fraglich, ob die Gymnasien die Förderung der Lesekompetenz als akademische Aufgabe aller Fächer bislang überhaupt entdeckt haben. Die Befunde sprechen eher für einen Entwicklungsprozess der Lesekompetenz, der von den Vorleistungen der Schüler und des Elternhauses lebt und von dem die grundständigen Gymnasien profitieren, ohne ihn selbst aktiv zu fördern.“

Das ist spannend - wie die Vorgeschichte bereits war >>> Element-Studie II